Italiens derzeit berühmtestes Dorf Riace liegt in Kalabrien. Sein Bürgermeister machte es zum Paradies für Flüchtlinge. Dann kam die Polizei und nahm ihn mit. Weil er ein Guter ist, sagen die einen. Weil er Geld unterschlug, sagen andere. Doch einen Freund im Ort hat Innenminister Salvini – den Mann aus Eritrea

Der äl­teste Mann von Riace lebt nun seit 91 Jah­ren, aber man sieht es ihm nicht an. Er hält sich wacker, kann nach wie vor gut sehen und hö­ren, und beim Gehen hilft ein höl­zer­ner Krück­stock. Wenn der Alte auf der Ter­rasse der Bier­schänke von Fulco Ales­sio auf einem Plas­tik­stuhl sitzt und die Stimme er­hebt, ver­stum­men die Ge­sprä­che, dann schiebt der Wirt den Kopf nach drau­ßen und hört zu. Das Wort von Ro­berto Lu­ca­no, auf dem Dorf­platz von Riace hat es Ge­wicht. Und nun ruft er: “Nicht mein Sohn ge­hört in den Knast, son­dern Mat­teo Sal­vi­ni!” Die Män­ner, die auf der Ter­rasse rum­hän­gen wie Ab­sperr­band, ni­cken. Einer sagt: “Bra­vo.”

Ein ka­la­bri­sches Berg­dorf gegen die Re­gie­rung in Rom, nein, viel grö­ßer: gegen Brüs­sel, gegen die EU -​ das ist der Kampf, in dem sich Ro­berto Lu­cano und seine Freunde wäh­nen. Glaubt man ih­nen, geht es um eine der großen Fra­gen un­se­rer Zeit: Was ist der rich­tige Um­gang mit Men­schen, die vor Krieg, Ver­fol­gung, Armut nach Eu­ropa flüch­ten? In Riace sagen sie: Wir emp­fan­gen sie mit of­fe­nen Ar­men, mit be­din­gungs­lo­ser Lie­be, ohne Wenn und Aber. In Rom sagt In­nen­mi­nis­ter Mat­teo Sal­vi­ni: Ihr spinnt. Riace lädt ein, Rom lädt aus, so kann man es auch sa­gen.

Mit die­sen grund­ver­schie­de­nen Hal­tun­gen wird er­klärt, was ge­rade in Riace pas­siert: Am 2. Ok­to­ber wurde der Sohn des alten Lu­ca­no, Bür­ger­meis­ter Do­me­nico Lu­ca­no, den alle nur “M­im­mo” nen­nen, fest­ge­nom­men und unter Haus­ar­rest ge­stellt. Die Staats­an­walt­schaft der Pro­vinz­haupt­stadt Locri wirft dem 60-​Jäh­ri­gen die Be­güns­ti­gung il­le­ga­ler Ein­wan­de­rung vor.

Die Veröffentlichung in WELT

Vo­rige Woche hob ein Be­ru­fungs­ge­richt den Haus­ar­rest auf, aber die Be­din­gung hat es in sich: Der Bür­ger­meis­ter darf sein Dorf vor­erst nicht be­tre­ten. Er lebt jetzt in der nächst­grö­ße­ren Stadt Ca­tanz­aro, 40 Ki­lo­me­ter ent­fernt. So­zu­sa­gen im Exil. Kämpft Rom hier also gegen Ria­ce? Ist es große Po­li­tik oder ein paar Num­mern klei­ner: Staats­an­walt ver­sus mut­maß­li­cher Kri­mi­nel­ler?

Auf diese Dis­kus­sion las­sen sie sich in Riace gar nicht erst ein. Sie sehen ihr Dorf als Hort der Nächs­ten­liebe in einer Na­tion ohne Herz. Vor Fulco Ales­sios Bier­bar sitzt nicht nur Ro­berto Lu­ca­no, son­dern auch des­sen zwei­ter Sohn Gi­u­sep­pe, ein pen­sio­nier­ter Pharma-​Un­ter­neh­mer, der aus Turin ge­kom­men ist, um sei­nen Bru­der zu ver­tei­di­gen. Hat Do­me­nico Lu­cano etwas Un­rech­tes ge­tan? Gi­u­seppe Lu­cano macht ein Ge­sicht, als hätte ihn sein Hund ge­bis­sen. Dar­über möchte er nicht re­den. Er habe viel­leicht Feh­ler ge­macht, aber den­noch das Rich­tige ge­tan.

Die bei­den zäh­len die Heer­schar der Un­ter­stüt­zer auf, die sich zu Wort ge­mel­det ha­ben. Ro­berto Sa­via­no, der Ma­fia­buch-​Au­tor etwa. Anne Hi­dal­go, Bür­ger­meis­te­rin von Pa­ris. Luigi di Ma­gist­ris, Bür­ger­meis­ter von Nea­pel. Ein Fil­me­ma­cher aus Si­zi­li­en. Hun­derte Men­schen, die in Rom auf die Straße gin­gen und für Lu­cano de­mons­trier­ten.

Vater und Bru­der er­wäh­nen auch die Prei­se, die Ria­ces Stad­t­ober­haupt ge­won­nen hat; es waren et­li­che, und das US-​Ma­ga­zin “For­tu­ne” wählte ihn 2016 unter die 50 größ­ten An­füh­rer der Welt. “Man geht gegen Mimmo vor, weil man Angst vor ihm hat. Denn er zeigt, dass die Welt bes­ser sein könn­te.” Das Mo­dell Riace sei die Lö­sung, nicht das Pro­blem -​ sagen sie in Ria­ce.

Seit 1998 steht das Dorf im Fo­kus. Da­mals kam ein Boot mit 250 meist kur­di­schen Flücht­lin­gen ans Ufer von Ria­ce. Ein Groß­teil des Dor­fes stand leer, wie so oft in der Re­gion. Geis­ter­städ­te. Die jun­gen Leute fort, ins Aus­land oder den Nor­den Ita­li­ens, bloß weg aus Ka­la­bri­en, dem Ar­men­haus, der Hoch­burg der Ma­fia-​Or­ga­ni­sa­tion N’drang­he­ta. Die Ju­gend­ar­beits­lo­sen­quote 2016: 58,7 Pro­zent, die höchste der EU.

Da­mals wie heute si­chern die Men­schen ihr Über­le­ben durch Land­wirt­schaft, Oli­venöl und Zi­trus­früchte wer­den ex­por­tiert. Aber sonst? Trotz Hun­der­ten Ki­lo­me­tern Küs­te, Strän­den wie in der Ka­ri­bik und tür­kis­blauem Was­ser hat sich der Tou­ris­mus nie eta­bliert. Ein biss­chen Regen sorgt für über­flu­tete Stra­ßen. Über­all knie­tiefe Schlaglö­cher und Ge­sich­ter, die jah­re­lange kör­per­li­che Ar­beit ge­prägt hat und manch­mal auch der Al­ko­hol. Züge, in denen außer dem Lok­füh­rer nie­mand sitzt. Ka­la­brien sei ein biss­chen wie die Dritte Welt, sagen Ita­lie­ner aus dem Nor­den.

Lu­cano hatte eine Idee: Wenn die Ein­hei­mi­schen hier nicht sein wol­len -​ warum bringt man dann nicht Flücht­linge her? Die Idee kam ihm 1998, als er noch nicht Bür­ger­meis­ter, son­dern Che­mie­leh­rer war -​ und Men­schen­rechts­ak­ti­vist. Der Plan ging auf: Hun­derte Fremde sie­del­ten in Ria­ce, sie be­ka­men Häu­ser und Ar­beit. Auf 1800 Be­woh­ner kamen 500 Flücht­lin­ge, pro Jahr wur­den 1000 auf­ge­nom­men. Als Tur­bo­be­schleu­ni­ger er­wies sich ab 2002 das “Sprar”-​Sys­tem: Kom­mu­nen kön­nen sich für die Auf­nahme von Flücht­lin­gen be­wer­ben, der Staat zahlt 35 Euro pro Flücht­ling, pro Tag.

Lu­ca­no, 2004 zum Bür­ger­meis­ter ge­wählt, sorgte mit die­sem Geld für einen er­staun­li­chen Boom: Häu­ser wur­den re­no­viert, Ei­gen­tü­mer kas­sier­ten end­lich wie­der Mie­te, Ge­schäfte öff­ne­ten, ein Kin­der­gar­ten, eine Arzt­pra­xis, ein Re­stau­rant, es gab pa­läs­ti­nen­si­sches Brot. Sie nann­ten Lu­cano “Pa­pa”. Ein Ni­ge­ria­ner küm­merte sich um den Müll.

Und Lu­cano gin­gen die Ideen nicht aus. Er schuf eine ei­ge­ne, die Riace-​Wäh­rung: Geld­scheine mit den Kon­ter­f­eis von Bob Mar­ley und Nel­son Man­de­la, ein­lös­bar nur in den Le­bens­mit­tel­lä­den im Dorf. Das freute die La­den­be­sit­zer. Jour­na­lis­ten ka­men, um drau­ßen in der Welt vom Wun­der von Riace zu er­zäh­len. Sie zahl­ten gern für Speis und Trank bei Fulco Ales­sio und für ein Zim­mer im Hotel Fe­de­ri­ca. Wim Wen­ders kam und drehte einen Kurz­film. Riace wurde zum Sym­bol für ge­lun­gene In­te­gra­tion -​ für das Gute in der Welt.

Und so wüten die Leute von Riace nun gegen das Böse. Gegen In­nen­mi­nis­ter Mat­teo Sal­vi­ni, den sie für die Un­ter­su­chung gegen ihren Hel­den Lu­cano ver­ant­wort­lich ma­chen. “M­immo ist ein De­mo­krat, Sal­vini ein Dik­ta­tor”, ruft ein Mann auf dem Dorf­platz. Auf eine Straße haben sie mit gel­ber Farbe ge­pin­selt: “Mus­sal­vi­ni”. Hier die Guten -​ dort in Rom ein neuer Mus­so­li­ni. Die Sache scheint klar.

Bloß: Manch­mal ist die Rea­li­tät ein wenig kom­pli­zier­ter, und eine Sache wird die­ser Tage oft ver­ges­sen. Gegen den Bür­ger­meis­ter wird nicht erst seit ein paar Wo­chen er­mit­telt, son­dern seit einem Jahr. Da­mals lei­tete die Staats­an­walt­schaft eine Un­ter­su­chung wegen des Ver­dachts der Zweck­ent­frem­dung öf­fent­li­cher Gel­der, wegen Amts­miss­brauchs und Be­ste­chung gegen Lu­cano ein. Und In­nen­mi­nis­ter war zu die­ser Zeit noch Marco Min­ni­ti, kein rech­ter Lega-​Mann wie Sal­vi­ni, son­dern Mit­glied der De­mo­kra­ti­schen Par­tei.

Die spru­deln­den Sprar-​Zah­lun­gen wur­den -​ an­ders als in den Nach­bardör­fern -​ ge­stoppt. Sal­vini pes­tet auf Fa­ce­book immer wie­der gegen Lu­ca­no, er nannte ihn “eine Null” und be­ju­belte die Aus­wei­tung der Er­mitt­lun­gen An­fang Ok­to­ber. Da gab die Staats­an­walt­schaft in Locri be­kannt, dass sie nun wegen der Be­güns­ti­gung il­le­ga­ler Mi­gra­tion er­mit­te­le. Der Grund: Lu­cano soll eine Schei­nehe ar­ran­giert ha­ben, au­ßer­dem soll es bei der Ver­gabe zweier öf­fent­li­cher Auf­träge keine ord­nungs­ge­mä­ßen Aus­schrei­bun­gen ge­ge­ben ha­ben. Und so ver­bann­ten die Er­mitt­ler den Mann aus sei­ner Stadt.

Man­chen macht das alles Angst. Etwa Eve­lyn, 27, aus Ni­ge­ria, die mit ihrer ein­jäh­ri­gen Toch­ter Pu­rity auf dem Platz vor dem Rat­haus sitzt. Ihr Mann ist da­heim. “Viele Flücht­linge haben das Dorf in den ver­gan­ge­nen Tagen ver­las­sen”, sagt sie, “sie haben Angst, dass sie sonst von der Po­li­zei ab­ge­holt wer­den.” Sie selbst hof­fe, dass alles gut gehe. Lu­cano stellte ihrer klei­nen Fa­mi­lie eine Woh­nung, Frei­wil­lige brin­gen Es­sen, aber Geld be­kommt sie nicht; ohne den Sprar-​Se­gen ist kei­nes mehr da.

Eve­lyns Asy­lan­trag? Sie weiß nichts da­von. Sie ist als Boots­flücht­ling nach Si­zi­lien ge­kom­men und wurde dann nach Riace ge­bracht. Sie hat keine Pa­pie­re, “aber der Bür­ger­meis­ter hat ge­sagt, wir kön­nen blei­ben.”

Ge­schich­ten wie diese hört man in Riace an jeder Ecke, aber die Frage ist: Wie lange geht das noch gut? Ein De­kret von In­nen­mi­nis­ter Sal­vini sieht vor, die Zahl hu­ma­ni­tärer Auf­ent­halts­ge­neh­mi­gun­gen ra­di­kal her­un­ter­zu­kür­zen und Aus­wei­sun­gen zu er­leich­tern. Nur noch Min­der­jäh­rige sol­len in Kom­mu­nen emp­fan­gen, ver­sorgt und in­te­griert wer­den. Sal­vi­nis Vor­ha­ben muss noch von Staats­prä­si­dent Ser­gio Mat­ta­rella und dem Par­la­ment ab­ge­seg­net wer­den. Kommt es dazu, wäre das Mo­dell Riace am Ende -​ un­ab­hän­gig von den Er­mitt­lun­gen gegen Bür­ger­meis­ter Lu­cano und dem ver­häng­ten Zah­lungs­stopp.

Die Ent­schei­dungs­fin­dung der Po­li­ti­ker in Rom, die Er­mitt­lun­gen der Staats­an­walt­schaft in Locri und die Fra­ge, worum es dabei ei­gent­lich geht -​ vie­les wird ver­mischt in die­sen Tagen in Ria­ce, dem zwei­ge­teil­ten Dorf, das zum größ­ten Teil in den Ber­gen liegt. Der kleine Rest der Ge­meinde liegt, sie­ben Ki­lo­me­ter ent­fernt, am Meer. Dort steht auch der Bahn­hof, und dort trifft man auf den Wut­bür­ger von Ria­ce.

Und er ist wirk­lich wü­tend. Der 50-​Jäh­rige sitzt in zer­ris­se­nen Jeans auf einer Holz­bank, ein klei­ner Mann mit ras­pel­kur­zem Haar und Bril­le. Es ist Sonn­tag, aber er hat auch sonst nichts zu tun. Ein Ab­ge­häng­ter. Sein Name: Fasil Hi­dad. Er stammt aus Eri­trea. Hidad deu­tet mit dem Zei­ge­fin­ger auf die Land­stra­ße: “Da habe ich vor ein paar Mo­na­ten de­mons­triert -​ per Sitz­blo­cka­de. Stun­den­lang. Ich habe nur Kran­ken­wa­gen durch­ge­las­sen. Der Stau war zehn Ki­lo­me­ter lang. Dann haben mich Po­li­zis­ten weg­ge­tra­gen.”

Woher die Wut? “Weil die Po­li­tik des Bür­ger­meis­ters falsch ist”, schimpft der Mann: “Weil den Falschen ge­hol­fen wird. Er han­delt mit dem Her­zen, aber nicht mit dem Kopf.” Hidad kam vor fünf Jah­ren in Riace an und er­hielt nach kur­zer Zeit als po­li­ti­scher Flücht­ling Asyl. Nach zwei Jah­ren, so sagt er, habe er von Bür­ger­meis­ter Lu­cano keine Un­ter­stüt­zung mehr be­kom­men, aus einer städ­ti­schen Woh­nung musste er aus­zie­hen: “Hier kom­men die ganze Zeit Men­schen an, die keine Flücht­linge sind. Warum be­kom­men die Geld, Ar­beit und eine Woh­nung, aber ich nichts?”

Ab und zu ar­bei­tet er als Über­set­zer, der Ver­dienst ist ge­ring. Er lebt in einem ver­las­se­nen Haus neben dem Bahn­hof, ohne Was­ser und Strom. Er habe Lu­cano vor­ge­schla­gen, ein Pro­jekt mit Farm­ar­beit ins Leben zu ru­fen, 30 Euro pro Tag für jeden Ar­bei­ter: “Da sagte er, es sei kein Geld da. Wie kann das sein? Die ohne Pa­piere be­kom­men Jobs, aber ich be­komme nichts.”

Immer wie­der packte Hidad seine Blue­tooth-​Laut­spre­cher unter den Arm, ging auf die Straße und drehte die Musik voll auf. Am liebs­ten kurz nach Mit­ter­nacht. Teddy Afro, äthio­pi­sche Pop­mu­sik: “Ich wollte Auf­merk­sam­keit.” Im Som­mer 2017 for­derte er beim Som­mer­fest den Bür­ger­meis­ter zu einem Re­de­du­ell auf der Bühne auf, er­folg­los. Also drehte er aber­mals die Musik auf. Er wurde fest­ge­nom­men, die Mu­sik­box kon­fis­ziert.

“Weißt du”, sagt der Mann aus Eri­trea, “ich bin nicht gegen Mim­mo. Aber ich bin gegen seine Ide­en.” Wegen des Mu­sik­pro­tests sei er an­fangs von den Ita­li­e­nern an­ge­fein­det wor­den. “Die haben ge­sagt, sie brauch­ten ihre Nachtru­he, weil sie mor­gens ar­bei­ten müss­ten. Da habe ich ge­sagt: Ja, und ich will auch ar­bei­ten!” Und setzt der Eri­treer seine Hoff­nung aus­ge­rech­net in den Lega-​Mann in Rom, in In­nen­mi­nis­ter Mat­teo Sal­vi­ni: “Seine Äu­ße­run­gen sind sehr hart, aber für mich ist er kein Ras­sist. Ech­ten Flücht­lin­gen wie mir will er hel­fen.”

Man würde gern mit Do­me­nico Lu­cano über Fasil Hidad und seine Vor­würfe re­den, aber im Mo­ment ist das nicht so leicht. Gi­u­seppe Lu­cano ent­schul­digt ihn: Mal ist sein Bru­der in Rom, dann in Mai­land, denn bei die­sem oder jenem Pro­vinz­prä­si­den­ten. Und so muss man ihn sich eben im Fern­se­hen an­schau­en, mit einer Hand­voll Bür­ger von Ria­ce, in der Bar Fulco Ales­sios. Auf Rai Uno, in der Sen­dung “Che tempo che fa”.

Lu­cano wirbt für Mensch­lich­keit, er sagt: “Nie­mand kann gleich­gül­tig sein, wenn je­mand um Hilfe bit­tet.” Die Vor­wür­fe? Be­strei­tet er so halb. Er ver­gleicht sich mit de­nen, die Wi­der­stand gegen Hit­ler leis­te­ten: “Die Nazi-​Ge­setze waren auch le­gal, aber sie waren ein Drama für die Mensch­heit.”

Das ist die Fall­höhe in Ria­ce. Gut gegen Böse. Das Dorf als letzte Bas­tion gegen die Bar­ba­rei. Zwei­fel? Kei­ne.

erschienen in WELT am 26. Oktober 2018