Diese E-Mail wird in dem Artikel “Akte Sommermärchen”, veröffentlicht am 16.9.2018 in WELT AM SONNTAG, erwähnt und eingeordnet

Die E-Mail von Friedrich Curtius, geschickt unter dem Betreff „Fwd: Summary“ an Wolfgang Niersbach am 17.10.2015 um 11:08:25:

Mein lieber Wolfgang,

ich denke in diesen schweren, unglaublich belastenden Stunden fast pausenlos an Dich. Auch wenn es Dir in dieser Situation kaum hilft: Du bist so ein herausragend toller Mensch, hast einen so feinen Charakter – ich bin wirklich so stolz, mit Dir so eng zusammenarbeiten zu dürfen! Du hast diesen medialen Tsunami ganz einfach nicht verdient. Und weil so unzählige Gemeinheiten und Hinterfotzigkeiten in dieser Spiegel-Attacke – gesteuert von TZW – stecken, bin ich umso mehr entschlossen, mit voller Wucht und Härte gegen diesen Skandal vorzugehen. Es lohnt zu kämpfen und ich bin mir sicher, dass die Wahrheit ans Licht kommen wird und ein anderes Urteil in der deutschen Öffentlichkeit gefällt wird. Dein Kern-Team steht ganz eng an Deiner Seite, darauf kannst du Dich zu tausend Prozent verlassen!!!

Soweit diese Vorbemerkung, die mir sehr wichtig ist.

Zu Deinen Anmerkungen und Fragen:
– Die inhaltlichen Fehler des Artikels kannst Du am allerbesten beurteilen und definieren. Da wird Schertz nun die richtigen juristischen Maßnahmen treffen, um dagegen vorzugehen.
– Meines Erachtens gibt es zwei zentrale Fragen, die die Öffentlichkeit brennend interessieren: Gibt es tatsächlich die Notiz? Wenn ja: Schertz muss beurteilen, wie wir den Spiegel zwingen können, diese zu zeigen.

Und die andere: Wenn wir den Stimmenkauf so vehement bestreiten, wohin ist das Geld dann gewandert? Ich glaube, dass wir nicht umhin kommen, die Wahrheit zu sagen. Und je länger wir dazu schweigen, umso mehr schießen die Spekulationen ins Kraut…

– Deinen Gedanken mit der eidesstattlichen Versicherung von Netzer finde ich absolut richtig und wichtig! Das ist doch letztlich die einzige Krücke, die der Spiegel hat, um den Stimmenkauf zu konstruieren. Und Kronzeuge ist der Kranke aus Altendiez…

– Medial bin ich der Meinung, dass Du Dir den Termin am Montag nicht antun solltest. Ich befürchte wirklich eine Hetzjagd auf Deine Person. Es geht auch darum, Dich als Person und die Funktion des DFB-Präsidenten zu schützen. Aber das kann Ralf am besten beurteilen.

– Schließlich denke ich auf jeden Fall, dass Ralf gezielt bei Journalisten streuen sollte, dass TZW der Drahtzieher der Aktion ist – und dass der Spiegel ihm voll auf den Leim gegangen ist. Es ist so auffallend, wie gut er in dem Artikel wegkommt. Und die nächsten Schritte kommen dann von ganz alleine.

Alles in allem ist es eine sehr, sehr unschöne Aktion. Aber wir haben so viele gute und richtige Argumente auf unserer Seite. Daher werden wir diese Schlacht auch gewinnen!

Dein Friedrich