Die Auslieferung des A400M mit Selbstschutzsystem wurde oft verschoben – nun ist sie für spätestens Anfang Dezember geplant. Nach Auskunft des Verteidigungsministeriums wird das System noch getestet

Die deutsche Luftwaffe soll noch in diesem Jahr zum ersten Mal einen Airbus A400M mit Selbstschutzsystem erhalten. Die Auslieferung des Transportflugzeugs an die Bundeswehr ist nach Informationen der „Welt am Sonntag“ für Ende November, Anfang Dezember geplant. Sie erfolgt damit knapp ein Jahr später als vereinbart.

„Das Selbstschutzsystem wird zunächst in mehreren Phasen im Rahmen der sogenannten Einsatzprüfung eingehend getestet“, sagte eine Ministeriumssprecherin. Kurzfristig würden sich daher noch „keine Veränderungen hinsichtlich des Einsatzspektrums des A400M ergeben“.

Das vom Nürnberger Hersteller Diehl entwickelte Selbstschutzsystem beinhaltet unter anderem ein Radar- und Raketenwarnsystem sowie Radar- und Infrarot-Täuschkörper. Damit kann der A400M künftig auch bei Flügen in Krisengebiete eingesetzt werden.

Die „Transall“ wird 2021 ausgemustert

Jüngst war zum ersten Mal ein A400M der Bundeswehr nach Gao im Norden des umkämpften afrikanischen Staates Mali geflogen – ein Flug, der eigentlich nur mit Flugzeugen, die mit Selbstschutzsystem ausgerüstet sind, durchgeführt werden darf. In diesem Fall war eine Ausnahmegenehmigung vonnöten.

Die bevorstehende Lieferung ist die erste positive Nachricht rund um den A400M seit Langem. Der Nachfolger der „Transall“, die 2021 ausgemustert wird, ist zwar das modernste militärische Transportflugzeug der Welt, aber auch eines der größten Probleme der Bundeswehr. Immer wieder führten technische Probleme zu Verzögerungen bei der Lieferung und Kostensteigerungen.

Im Mai vergangenen Jahres war eine A400M wegen Triebwerksproblemen bei einem Testflug in Spanien abgestürzt, vier Menschen starben.

erschienen in der WELT am SONNTAG am 16. Oktober 2016